Das Schubhaft-Experiment

In Vordernberg ist erstmals eine private Sicherheitsfirma für die Betreuung und teils auch Sicherheit von 200 Schubhäftlingen zuständig. Das Innenministerium kalmiert. Doch die Geschichte ist voller Widersprüche


Reportage: Gerlinde Pölsler
Steiermark | aus FALTER 44/13 vom 30.10.2013

Bürgermeister Walter Hubner stützt sich auf eine Mauer im ersten Stock des künftigen Anhaltezentrums und schaut über die Baustelle. Der Aufnahmebereich, die Dienstzimmer, der "Raum für religiöse Zwecke", die Schlafräume, der Sportplatz, die doppelte Sicherung rund ums Gebäude, alles da. Die Arbeiter grüßen Hubner respektvoll. Ohne den Bürgermeister der 1055-Einwohner-Gemeinde wäre hier Wiese. Angefangen hat alles damit, dass Hubner ans Innenministerium (BMI) schrieb, er würde eine größere Zahl an Schubhäftlingen aufnehmen: "Wir haben viel Leerstand." Die Leobener, die das Zentrum hätten bekommen sollen, wollten es nicht, und Hubner, "blauäugig, wie ich war", dachte, man könne die Leute in gewöhnlichen Quartieren unterbringen. Jetzt muss er sich für eine europaweite Ausschreibung und einen Vertrag über 68 Millionen Euro mit dem weltgrößten Sicherheitskonzern verantworten. Und sollten die Leute von G4S, denen er den Auftrag erteilt hat, im Schubhaftzentrum etwas verbocken,

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