Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Lou

Kolumnen | Heidi List | aus FALTER 44/13 vom 30.10.2013

Lou Reed ist tot und auf Twitter und Facebook brach ein regelrechter "R.I.P.-Storm"(Copyright Süddeutsche Zeitung) aus. Zu Hunderten fand man die Lieblingslieder von Velvet Underground bis zu dem letzten Soloalbum, das er sich, so manch Tenor, von Metallica zusammenbrüllen hat lassen. "Velvet Underground & Nico" überhaupt sei der Anfang der avantgardistischen Befreiung Amerikas von Moral und Sitte gewesen. Auf einmal singt da wer von dem Lifestyle, der von Sex und Heroin dominiert wird. Ich als Baby habe das nicht so mitbekommen, aber das muss schon unglaublich gewesen sein. Auf Youtube ist ein Guardian-Interview von heuer im Juni, in dem er Stellung nimmt über den Mut von Snowden und über Obama, der den Krampf vom Bush eigentlich weiterführt. Er wird auch gefragt, wie er kreativ bleibt. Er, der frisch lebertransplantierte 71-jährige Mann, antwortete: "How do I stay creative? I masturbate every day."

In diesem Sinne rufe ich zum Flashmob auf. Sonntag, 10 Uhr, Massenmasturbation in memoriam Lou. Das hätte ihn gefreut. Nein, wäre ihm scheißegal gewesen. Trotzdem: bis Sonntag, 10 Uhr.


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