Was reimt sich schon auf Scheide? Die neue Lady-Gaga-Scheibe!

Feuilleton | aus FALTER 44/13 vom 30.10.2013

Sie sind Die Ärzte des deutschen Rap, heißt es oft über Fettes Brot. Das neue Album "3 is ne Party" zeigt sehr schön, warum: Wie die Berliner Poppunks pflegen auch die drei Hamburger eine Form von Humor, die vor allem junge Menschen schätzen. Wie bei den Ärzten geht es dabei allerdings nicht (nur) um den schnellen Schenkelklopfer, sondern um ein anarchisches und gerne selbstironisches Spiel mit Sprache und dem Medium Pop. Und wie bei den um zehn Jahre älteren Kollegen verbindet sich der Schmäh auch bei Fettes Brot mit einer klar kommunizierten Haltung gegen das Böse und Dumme auf der Welt.

Neben forsch-ohrwurmigen Elektrokrachern der Marke "Musik für ausgelassene Teenagerpartys" bietet das neue Album auch Platz für Ruhigeres wie "Crazy World", eine charmante Reflexion der Unübersichtlichkeit im medialen Dauerfeuer unserer Zeit. Damit es nicht gar zu seriös wird, darf sich "Die Frau im Fernsehen zeigt immer ihre Scheide" darin dann aber eh auf "Oh wie ich mich freue auf die neue Lady-Gaga-Scheibe" reimen.

Fazit: "Wir wollen alles verstehen doch schaffen's trotzdem nicht, / doch da ist etwas, das uns Hoffnung gibt: Geschlechtsverkehr und Popmusik."


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