Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Gusswerk Edelguss

Über ein duftendes, zugleich bitteres Bier aus Salzburg

Stadtleben | MS | aus FALTER 44/13 vom 30.10.2013

Weiter geht es diese Woche mit Bieren, die hoch erfreuen. Wer Adamah kennt, der kennt auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Biobrauerei Gusswerk aus Salzburg -zumindest dem Namen nach. Hübsch designt sind ein paar der kleinen Flaschen, jedenfalls reichhaltig das Sortiment: Neben Edelguss gibt es noch das Weizenguss.

Beim Demeter-Jakobsguss wird es aber schon esoterisch: Bei Vollmond wurde gebraut, von Magie ist die Rede, die der Mond über das Irdische hat. Das sonst grundsympathische alkoholfreie Bier ("Jakobsgold alkoholfrei") sollte in diesem Fall ausgelassen werden, da höchster Limonadenalarm besteht. Auch bei den saisonalen Sorten wie "Horny Betty" hätte man sich zumindest marketingtechnisch zurückhalten können: Selbst auf das in dem Bier im Sektflaschenformat verarbeitete "Geile Ziegenkraut" kann man anstandsfrei verzichten. Obwohl, halt!, da ist von Aphrodisiakum die Rede, gesteigerter Libido, nun ja. Warum verdirbt man bloß solch ernsthafte Angelegenheiten mit dämlichen Namen.

Zurück zum Ausgangsprodukt: Das prämierte und an dieser Stelle besprochene Edelguss beinhaltet Salzburger Quellwasser, rare Getreidesorten (Dinkel, Einkorn, Gerste) aus dem Burgenland und "duftenden Aromahopfen" von irgendwo her. Es hat zunächst eine duftende Note, darunter schwelt die bittere Masse, die immer präsenter wird. Das kommt gut. Das passiert ausgewogen. Das erinnert fern an das göttliche und unpasteurisierte Bernard-Bier, das EU-untaugliche.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige