Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 44/13 vom 30.10.2013

Neben dem Alltag, der aus Telefonaten, Druckerschwärze und Tränen besteht, kennt das Redaktionsleben auch seine eigenen Hoch-und Festzeiten. Als da wären: Weihnachtsfeiern, Wandertage, Betriebsausflüge und Ganslessen. Die mit christlichen Feiertagen assoziierten Begängnisse finden verlässlich statt, und einen Betriebsausflug ins Ausland hat es im ausgehenden letzten Jahrtausend auch einmal gegeben (Redaktionsangehörige, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, können sich noch erinnern).

Eine ganz besondere Gattung innerbetrieblicher Aktivität stellt die sogenannte Klausur dar. Wie der Name, der sich vom lateinischen Verb claudere herleitet, schon besagt, findet eine Klausur hinter verschlossenen Türen statt. Die Zugbrücke wird hochgeklappt, und was sich im Schloss(hotel) abspielt, liegt irgendwo zwischen Redaktionssitzung und de-Sade'scher Orgie. Sagt man jedenfalls.

Tatsächlich spielen sich diese unglaublich dekadenten und perversen Dinge ja nur in der Graf-Alfons-Welt ab, wohingegen unsereins ja bloß Preiselbeermarmelade zum Schnitzel bestellt, falls er oder sie echt mal über die Stränge hauen will. Am Mittwoch vergangener Woche begab sich das Feuilleton in Klausur. Es wurden koffeinhaltige Heißgetränke geordert und Post-its auf Packpapierbögen gepickt. Zu Mittag wurde hauptsächlich das Menü eins bestellt, der Film nahm ein Gulasch, Südtirol natürlich die Ravioli. Getränke: naturtrüber Apfelsaft und Mineralwasser. Manche haben sogar Mineralwasser mit Kohlensäure gewählt, aber hallo!


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