Bilderbuch der Stunde

Vintage Vienna: triste Kindheit im grauen Wien

Feuilleton | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 44/13 vom 30.10.2013

Doch, doch, es gab Zeiten, da wurde ganz genau überlegt, was man fotografiert. Fotos machen war teuer, so ein Film schnell voll. Heute hingegen: Bilderflut. Die Leute knipsen ihr Essen, sich selbst und sich selbst mit dem Essen; das Internet ist voll davon. Im Internet finden sich aber auch andere, kostbarere Dinge - Fotos von damals, beispielsweise.

Daniela Horvath und Michael Martinek haben vor einem Jahr auf diversen sozialen Plattformen (Facebook, Tumblr ...) unter dem Oberbegriff "Vintage Vienna" historische Fotografien von Wien gesucht und veröffentlicht. Die Gruppen gibt es immer noch, täglich kommen neue Bilder dazu; ganz aktuell eine wunderbare Aufnahme von der Belegschaft des Café Demel am Kohlmarkt und dem damaligen Chef Udo Proksch.

Ab sofort muss man sich nicht mehr durch Facebook-Chroniken klicken, denn "Vintage Vienna" gibt es jetzt als kompaktes Kaffeetischbüchlein. Der Untertitel "Die Bilder unserer Kindheit" ist irreführend, zeigt aber auch das Dilemma, wenn man die


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