Meinesgleichen Wie ich einmal für Schwarz-Grün-Neos plädierte

Falter & Meinung | aus FALTER 44/13 vom 30.10.2013

Vergangenes Wochenende war ich in Vorarlberg; ich sprach auf der Gustav, einem neuen "internationalen Salon für Konsumkultur" auf der Dornbirner Messe, im Radio diskutierte ich mit der Schriftstellerin Ulrike Längle über Patriotismus, und das Studio Vorarlberg lud mich ein, im TV über den Stand der Politik im fernen Wien Auskunft zu geben.

Der vife Moderator Christoph Waibel fragte mich nach der allgemeinen Unzufriedenheit mit dem Zustand der Politik und danach, welche Auswege ich sähe. Pflichtgemäß referierte ich, was ich in den Wochen zuvor geschrieben hatte: Eine Minderheitsregierung wäre ein Ausweg, man müsste den Spielraum des Parlaments ausweiten und so weiter. Nur sagte ich, offenbar benebelt vom Genius Loci, nicht Rot-Grün-Neos, sondern Schwarz-Grün-Neos.

Das Gespräch wurde aufgezeichnet, als ich am Abend die Sendung sah, bemerkte ich meinen Versprecher. Mein erster Impuls war, anzurufen und um eine Korrektur zu bitten.

Aber dann dachte ich, warum nicht, sollen die Schwarzen doch auch nachdenken, ob es nicht eine würdige Alternative zu Schwarz-Blau und Rot-Schwarz gibt.

Am nächsten Tag besuchte ich den Andelsbucher Ziegenmarkt, ein Volksfest im Bregenzerwald. Meine Schwester rief mich an: Weißt du, was sie im Radio jede halbe Stunde zitieren? Ich ahnte es. Wenn also demnächst eine Minderheitsregierung von Schwarz-Grün-Neos kommt, dann wissen Sie, wer daran schuld ist.


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