Theater Kritik

Ungewollt unkritisch: das neue Sobol-Stück

Lexikon | SARA SCHAUSBERGER | aus FALTER 45/13 vom 06.11.2013

Ein Mann (Michael Smulik) soll Nieren, Leber, Augen, Eier, Schwanz und Haut für eine halbe Million an einen Oligarchen verkaufen. Der Mann ist seit Jahren arbeitslos, seine Familie hungrig, und alle drängen ihn zu diesem Körpergegen-Geld-Tausch. Joshua Sobols neues Stück "Oder nicht sein" spielt in einer Zukunft, die unserer Gegenwart recht nahe kommt. Smartphones und Ipads dienen als Mittel für soziale Interaktionen, hier wird mit den Freundinnen gespielt und auf virtuelle Rennpferde gesetzt. Abgesehen davon bleibt die kleine Bühne leer in Günther Treptows Inszenierung, in der die Frauenfiguren nicht viel anderes tun, als sich von ihren Handykameras in erotischen Posen fotografieren zu lassen. Eine verhaute Gesellschaftskritik.

Drachengasse, Fr, Sa, Di-Do 20.00 (bis 30.11.)


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