Technik Dinge, die uns brauchen

Leuchtend weiß: der neue E-Book-Reader von Amazon

MEDIEN | PRÜFBERICHT: THOMAS VAŠEK | aus FALTER 45/13 vom 06.11.2013

Das Gute ist das, wonach alles strebt, sagt Aristoteles. Doch das Wort "gut" hat seine Tücken. Ein gutes Buch zum Beispiel hat wenig gemein mit einem guten Gulasch oder einem guten Arzt. Man sieht es Dingen nicht an, dass sie gut sind. Aber es gibt objektive Kriterien: Ein Arzt, der seine Patienten regelmäßig zu Tode bringt, kann kein guter Arzt sein.

Das bringt mich zum neuen Kindle Paperwhite. Ohne jeden Zweifel handelte es sich schon beim Vorgängermodell um einen guten E-Book-Reader. Auch mit dem alten Kindle Paperwhite konnte man, nun ja, E-Books lesen, und zwar sogar mit Beleuchtung und Touchscreen.

Die Frage ist nun, inwiefern der neue Paperwhite (99 Euro mit WLAN, 189 Euro mit 3G) besser ist als der alte. Tatsächlich hat das neue Gerät ein etwas kontrastreicheres Display, und dank des schnelleren Prozessors kann man schneller umblättern. Außerdem gibt es eine praktische Suchfunktion, mit der man eine markierte Textstelle einblenden kann, während die bisherige Seite geöffnet bleibt. Neu sind auch der Vokabeltrainer und das erweiterte Wörterbuch. Sicher ist also, dass der neue Paperwhite mehr kann als der alte. Ist er deswegen besser? Das kommt wiederum darauf an, was man unter gut versteht.

Wer auf die neuen Funktionen Wert legt, wird den neuen Paperwhite sicher besser finden -und sogar einen Grund sehen, sich das neue Modell zu kaufen. Wer darauf verzichten kann, mag bei seinem alten Paperwhite bleiben. Der ist gut genug.

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


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