Selbstzufriedener Schulterklopfer

Betrifft: "Ein Viertel geht noch!" von D. Noormofidi und T. Schaffer, Falter 39/13

FALTER & MEINUNG | aus FALTER 45/13 vom 06.11.2013

Es ist wahrlich schön, dass es dieses Viertel gibt, ja -um in Ihrer Sprache zu bleiben: ein Viertel auf das Annenviertel! Prost! Der Umbau der Annenstraße ist gelungen, und sie ist damit spürbar lebendiger und bunter geworden.

Den Weg, wie es dazu kam, beschreibt auch Ihrer beider Artikel sehr nachvollziehbar. Bei all der ausführlichen Berichterstattung über die Initiativen, die im Sinne einer Stadtteilbewegung kreative Ideen entwickelt und umgesetzt haben, vermisse ich der Objektivität halber dennoch die Erwähnung dessen, dass all dies auch deswegen möglich wurde, weil es in der Phase der Planung die Grünen in der Koalition gab, die aus ihrem Selbstverständnis heraus großen Wert auf Bürgerinnenbeteiligung legen, sowie eine Verkehrsstadträtin, die sich aus Überzeugung für das Annenviertel starkgemacht hat, in jeder Diskussionsphase sehr präsent war und letztlich auch die Baudirektion überzeugen konnte, für dieses Projekt das nötige Geld beizusteuern. Sie aber berichten gleich am Beginn von "einem gut gelaunten Bürgermeister Nagl", der "einen Tross, bestehend aus Medien-und Kaufleuten, durch die Straße führt und Geschichten von damals erzählt".

Als ob er der alleinige politisch Verantwortliche wäre, der sich nun selbstzufrieden auf die Schulter klopfen kann. Medienberichte wie Ihrer unterstützen ihn dabei. Das finde ich definitiv überdenkenswert!

EVA SIMSIC Wien 5

Der Leserbrief bezieht sich auf eine Geschichte im Steiermarkteil, Falter 39/13


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