Die Sündenböcke des Finanzkapitals

Spekulanten wie Kweku Adoboli verzockten innerhalb weniger Wochen Milliarden Euro. Nun putzen sich die Banken an ihnen ab. Zu Recht?

REZENSION: FRANZ KÖSSLER | POLITIK | aus FALTER 45/13 vom 06.11.2013

Sie sind als die negativen Helden der Finanzkrise berühmt geworden. Nick Leeson hat mit einem 825-Millionen-Pfund-Verlust die älteste britische Investmentbank versenkt, Jérome Kerviel für die französische Société Générale 4,8 Milliarden Euro verzockt, und Kweku Adoboli hat in drei Monaten 2,8 Milliarden Euro verspekuliert, genug, um die globalen Ambitionen der Schweizer UBS zunichte zu machen.

Nur widerstrebend haben sich die Banken mit den spektakulären Ausrutschern, von denen die Öffentlichkeit erfahren hat, auseinandergesetzt. Fast immer ist es ihnen gelungen, sie als Regelverletzungen, als betrügerische Machenschaften einzelner Mitarbeiter darzustellen.

Vor genau einem Jahr, im November 2012, wurde Kweku Adoboli vom Southwark Crown Court in London zu sieben Jahren Haft verurteilt, wegen zweifachen Betrugs. Der 32-jährige Investmentbanker hatte als Shootingstar am Exchange-Traded-Funds-Desk der UBS gegolten, wo das große Geld gemacht wird, mit Systemen, die selbst in den

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