Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (139)

STADTLEBEN | aus FALTER 45/13 vom 06.11.2013

Frau M. würde gerne wissen, ob sie sich "zum Trottel" macht oder ob es ein wertvoller Dienst an der Gemeinschaft ist, wenn sie in den Öffis oder bei sich im Stiegenhaus im Vorbeigehen ("einige, nicht alle!") weggeworfene Zeitungen, Becher und so weiter entsorgt.

Wie schön wäre die Welt, gäbe es mehr Menschen wie Sie, werte Frau M.! Natürlich könnte man sagen, Sie machen sich zum Trottel, da Ihnen sicher niemand danken wird und die Leute nicht weniger wegschmeißen werden -aber geht es darum? Nein, schließlich tun Sie Ihr gutes Werk ja nicht deshalb, weil Sie anerkennendes Schulterklopfen erwarten, sondern offenbar um Ihrer selbst willen, weil es Sie befriedigt. Und somit ist es auch völlig gleich, was sich Vorbeigehende denken: Sie erweisen der Gemeinschaft definitiv einen wertvollen Dienst und man wünschte sich, dass mehr Menschen zumindest ihren eigenen Mist wegtrügen.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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