Kolumne Außenpolitik

NSA: Wenn atlantische Freunde streiten, regiert die Doppelmoral


RAIMUND LÖW
FALTER & MEINUNG | aus FALTER 45/13 vom 06.11.2013

In den Streit um Geheimdienstaktivitäten unter Freunden kommt langsam Klarheit. Keith Alexander, der bullige NSA-Chef, ließ die Europäer wissen, dass sie die Aufzeichnungen des Aufdeckers Edward Snowden leider nicht ganz verstehen. Die millionenfachen Telefonüberwachungsdaten aus Italien, Frankreich und Spanien, die in den Unterlagen auftauchen, sind nach US-Darstellung Geschenke aus Europa im Rahmen üblicher Tauschgeschäfte zwischen den Diensten. Dass die französischen Nachrichtenermittler Daten aus Nordafrika und Nahost sammeln, hat Le Monde schon vor Wochen aufgedeckt.

Als Drehscheibe der Amerikaner in Europa agiert das Governement Communications Headquaters GCHQ in Cheltenham unweit von London. Der Guardian berichtet, dass die Niederlande und Schweden ihre Geheimdienstleute zur Schulung nach Cheltenham schickten, um zu üben, wie man am besten Glasfaserkabel anzapft. Der NSA-Chef gibt den Ball an die Europäer zurück, die vergessen zu haben scheinen, wie eng sie mit den Amerikanern

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