Ein Fest für Voyeure

Gustav Deutsch dringt mit seinem Spielfilm "Shirley" in die Bilderwelt Edward Hoppers ein


PEEPING TOM: KLAUS NÜCHTERN
FEUILLETON | aus FALTER 45/13 vom 06.11.2013

Man muss schon ein militanter Verfechter der Abstraktion oder ein recht verkniffener Zeitgenosse sein, um die Bilder des amerikanischen Malers Edward Hopper (1882-1967) nicht zu mögen. Faszinierend an diesen sind zum einen die spektakulär ausgeleuchteten (sub-)urbanen Sujets, ist zum anderen die seltsame Mischung an Realismus und Abstraktion, Sachlichkeit und Dramatik: Gerade das vordergründig Banale der Szenen und Szenarien, in denen meist einzelne oder wenige Figuren in recht alltäglichen Konstellationen festgehalten sind, regt dazu an, diese als Kader von Bildgeschichten zu lesen.

Hoppers Affinität zum Kino ist zum einen durch Sujets wie "New York Movie" (1939) oder "Intermission" (1963), zum anderen durch den Umstand belegt, dass die beiden Leinwandkünste im vorliegenden Fall angeregt kommunizieren: "Office at Night" (1940) ist sichtlich vom Film noir inspiriert, so wie sich Alfred Hitchcock von "House by the Railroad"(1925) zu Bates Motel aus "Psycho" anregen hat lassen.

Es ist

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