Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

FALTER & MEINUNG | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 45/13 vom 06.11.2013

Beschwingt von dem Umstand, dass er an einem Montag bereits vor 19 Uhr fertig hat, verlässt Florian Klenk die Redaktion, nicht ohne den Zurückbleibenden mit einem zarten Anflug von Hohn des Umstands zu versichern, dass es wieder einmal ein Fest für ihn gewesen sei, mit so fantastischen Kolleg/inn/en eine Zeitung machen zu dürfen. Während Barbara Tóth noch an der "Ausstattung" arbeitet (wie ausschließlich Tóth den Kleinkram nennt, der in Kasteln genudelt und in Spalten gezwickt wird), schreibt unsereiner noch an echten Artikeln - es ist eine Schande.

Aber Klenk hat schon recht. Nämlich nicht nur mit dem Kollegenlob, sondern auch mit seiner Faustregel, der zufolge man für alle tausend Anschläge eine Stunde braucht -also nicht für Kastlkram, aber für echte Artikel, in die Informationen gepresst, Zitate gefüllt und Gedanken gepumpt werden wollen. Was die Frage aufwirft, wie das Matthias Dusini macht, der ein Held der Arbeit und als solcher ein fantastischer Kollege ist. Dusini behauptet nämlich, nicht mehr als fünf Stunden am Tag schreiben zu können, was nur zwei Schlüsse zulässt: 1. Dusini nutzt die Hirnareale, in denen normalerweise Kopfrechnen stattfindet, für alternative Tätigkeiten; 2. die Klenk'sche Faustregel hat für ihn keinerlei Geltung. Dusini hat heuer mehr Feuilleton-Aufmachergeschichten geschrieben als jeder andere ever - und zwar schätzungsweise bereits bis Juni. Und sollte Dusini 2013 nicht zum besten Kulturredakteur unseres Sonnensystems gewählt werden, ist dieser Planet total plemplem.


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