Neue Platten

FEUILLETON | aus FALTER 45/13 vom 06.11.2013

Pop

Michaela Melián: Monaco

Die deutsche Musikerin (F.S.K.) und bildende Künstlerin setzt ihre in "Baden-Baden" gestartete und in "Los Angeles" fortgesetzte Reihe von Soloalben fort. Die technoide Basstrommel fehlt und statt eines Roxy-Music-findet sich ein schönes David-Bowie-Cover ("Scary Monsters") in Nico-Manier. Unverändert jedoch bildet traditionelles Instrumentarium (Violoncello, Gitarre, Banjo) die Basis für die Stücke; in Loops übereinandergeschichtet und mit Synthesizern angereichert erweisen die sich als musikalische Transportmittel, um sich dezent wegzubeamen. (Monika) SF

Jazz

Matana Roberts: Coin Coin Chapter Two

2011 veröffentlichte die US-Saxofonistin Matana Roberts mit "Coin Coin Chapter One" ein epochales Album zwischen Jazz und Spoken Word, dem Ausloten schwarzer US-Geschichte und eigener familiärer Hintergründe. Im Vorjahr spielte sie zwei intensive Solokonzerte in Österreich. Teil zwei von "Coin Coin" macht auch 2013 wieder zum Roberts-Jahr. In Sextettbesetzung samt eines opernhaften Tenors (Jeremiah Abiah) aufgenommen, entstanden 18 Stücke, die wie ein langer Fluss durchrauschen und doch hängenbleiben. Ungemein fesselnd. (Constellation) SF

Klassik

Goerne/Larcher: Hanns Eisler. Ernste Gesänge

Wien -Berlin -Los Angeles -Berlin. Das Leben Hanns Eislers klingt wie ein langes Exil. Die "Klavierlieder" entstanden Anfang der 1940er-Jahre in den USA. Es sind kurze Stücke, mal ironisch, mal melancholisch. Trauer und die Hoffnung auf das künftige Glück bestimmen die "Ernsten Gesänge" für Bariton und Streicher. Zurück in Ost-Berlin, verarbeitete Eisler seine Enttäuschung über den Kommunismus der Nachkriegszeit. An längst vergangene Zeiten erinnert die frühe Klaviersonate op. 1, wo Kobolde nur so über die Tasten zu flitzen scheinen. (HM) MDA


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