Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Herausgebers

Die Zehn Pflichten eines öffentlichrechtlichen Senders. Mein ORF-Manifest

FALTER & MEINUNG | VON ARMIN THURNHER | aus FALTER 45/13 vom 06.11.2013

Vor kurzem war der Publikumsrat des ORF so freundlich, mich zu einem Referat einzuladen. Ob der ORF eine Mediensendung brauche, hieß die Frage, die ich mit einem kräftigen "Ja, nicht nur eine" beantwortete, was ich wie folgt begründete. Als ich mir die Gründe aufzählte, kam es mir vor, als seien sie eine Art Rechtfertigung des öffentlich-rechtlichen Wesens, und ich dachte, das könnte ich gleich der Regierung zu den Koalitionsverhandlungen ins Stammbuch schreiben.

1 Setzen wir voraus, dass der Sinn und Zweck öffentlichen Rundfunks ein demokratischer Zweck ist. Nämlich die Verteidigung der Meinungsfreiheit mit dem Ziel, der Bürgerschaft eines Landes rational begründete demokratische Entscheidungen möglich zu machen. Dann hätte ein solcher Sender alles zu tun, was der Demokratie nützt, und alles zu unterlassen, was ihr schadet. Das wäre seine Pflicht zur Demokratieerhaltung.

2 Setzen wir weiters voraus, dass öffentlich-rechtliche Medien wie der ORF überhaupt erst eingerichtet


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