Institutionalisierte Tortilla

Ein neuer systemgastronomischer Groß-Mexikaner mit guten Ansätzen

STADTLEBEN | LOKALKRITIK: FLORIAN HOLZER | aus FALTER 45/13 vom 06.11.2013

Gehen wir' s einmal so an: Was sollte ein mexikanisches Lokal können? Authentisches Essen, das uns erfreut, erfrischt, neugierig auf Land und Leute macht; dezente Gestaltung ohne Klischees, aber durchaus mit Zitaten mexikanischer Gastronomiekultur; passende Musik, passende Getränke, in diesem Fall ein paar Biere jenseits der geschmacksneutralen Dünnbrühen, ein paar Tequilas und Mezcals jenseits der Ware, die auch im Supermarktregal steht, im Idealfall kenntnisreich zubereitet, arrangiert und präsentiert.

Und wie sieht die Mehrheit mexikanischer Lokale in Wien aus? Tex-Mex aus der Retorte, Konserven, Industriebier, an der Wand hängen Sombreros und die Interpreten der Hintergrundmusik haben im Idealfall einen spanischen Vor-oder Nachnamen.

Und jetzt zum neuen Santos, das zweite Lokal einer zwar noch überschaubaren, aber offenbar rasch expandierenden Kette, das vor kurzem im nur mäßig erfolgreichen Almost famous eröffnete. Es wurde weitgehend unpeinlich eingerichtet, für Lokalkolorit


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