Kabarett Kritiken

Tadellose Unterhaltung ohne Herz und Seele

PETER BLAU | Lexikon | aus FALTER 45/13 vom 06.11.2013

Das einstige Kabarett-Wunderkind Clemens Maria Schreiner (2005 räumte er mit gerade einmal 15 Jahren beim Grazer Kleinkunstvogel Jury-und Publikumspreis ab) zeigt auch in seinem als schräg versponnener Weltreisebericht angelegten, fünften Soloprogramm "Neuland", was er alles kann. Und er kann viel: irrwitzig fabulieren, wortgewandt formulieren, souverän und sympathisch präsentieren. Tadellose Unterhaltung. Äußerlich. Was ihr fehlt, sind Herz und Anliegen. Wozu das Ganze, wenn zu keinem Zeitpunkt zumindest ein züngelndes Flämmchen der Leidenschaft spürbar wird? Es kann doch nicht nur die Freude daran sein, seine vielfältigen Talente aus dem Ärmel zu schütteln, die den scharfsinnigen Schreiner auf die Kabarettbühne treibt. So aber bleibt es synthetisch. "You godda add some soul", würde der Musiker sagen.

Kabarett Niedermair, Mi 19.30


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