Nachrichten aus dem Inneren

Falter & Meinung | aus FALTER 46/13 vom 13.11.2013

Die Redaktion erklärt sich selbst

Doktor Florian Klenk, der die Redaktion am vergangenen Montag um 15 Uhr gutgelaunt verlassen hat, begehrt folgende Gegendarstellung: Zwar träfe es zu, dass er die Redaktion am vorvergangenen Montag bereits um 19 Uhr beschwingt verlassen habe, er sei allerdings auch kurz vor Mitternacht wieder in die Redaktion zurückgekehrt, um noch an der Ausstattung eines Artikels zu bosseln und zu feilen, zu schaben und zu schmirgeln. Dazu ist festzuhalten, dass die Vokabel "Ausstattung“ nun offenbar den Status der Tóth’schen idiomatischen Idiosynkrasie transzendiert hat und ganz offiziell als Bezeichnung für kleinschriftigen Kastlkram und andere Paratexte zugelassen ist. Zum anderen muss im Sinne tätiger Gegendarstellungsbegehrensprävention darauf hingewiesen werden, dass das dieswöchige beschwingte nachmittägliche Verlassen der Redaktionsräumlichkeiten durch den Doktor Klenk darauf zurückzuführen ist, dass dieser dem Lichterlfest beizuwohnen wünscht - wie 23 Prozent der Restredaktion auch.

Überhaupt ist die Bedeutung des Lichterlfestes soziologisch noch nicht annähernd erfasst. Eine Studie mit dem Titel "Das Lichterlfest als Bühne elterlicher Empfindungsexpression in den Arbeitszusammenhängen des Postfordismus unter besonderer Berücksichtigung boboesker Inszenierungen verantwortungsfreudiger Väterlichkeit“ wäre ein äußerst lohnendes Thema, für das die vom Falter finanzierte Wiener Stiftung für Sozialforschung schon mal ein Stipendium locker machen könnte. Die gibt’s gar nicht? Dann muss man sie halt gründen.

KLAUS NÜCHTERN


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