Kolumne  Außenpolitik

Entscheidet sich Georgien für die EU oder für Russland?

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 46/13 vom 13.11.2013

Wer hat die stärkeren Karten im Tauziehen um die ehemaligen Staaten der Sowjetunion? Ist es die "soft power“, die Aussicht auf Rechtsstaat und sozialen Wohlstand, mit der die EU wirbt? Oder sind es die militärische Macht und die wirtschaftlichen Drohungen, mit denen Putins Russland versucht, die verlorenen "Bruderstaaten“ wieder an sich zu ziehen? Der Wettkampf in unserer weiteren Nachbarschaft erinnert an den Kampf um die Einflusssphären während des Kalten Krieges. Noch ist nicht sicher, wer sich auf Dauer durchsetzen wird.

Die Anziehungskraft der EU ist noch immer stark. Georgien ist ein interessantes Beispiel dafür. Das Land am Kaukasus ist geografisch zu weit entfernt, als dass es jemals Mitglied der EU werden könnte. Politisch aber liegt es an der Bruchlinie zwischen Russland und dem europäischen Westen.

In keiner Hauptstadt der EU sieht man so viele europäische Fahnen wie in den Straßen von Tiflis. Sie sind ein geopolitisches Statement. Der letzte Staatsführer aus Sowjetzeiten,


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