Wir stecken im Sackerl

Politik | Bericht: Sibylle Hamann | aus FALTER 46/13 vom 13.11.2013

Die EU sagt dem Plastiksackerl den Kampf an. Es geht dabei nicht nur um die Zerstörung der Umwelt, sondern auch um unsere Art zu konsumieren

A wos“, sagten im russischen Kaiserreich die deutschen Siedler, die der Zar ins Land geholt hatte, um den Russen wirtschaftlich auf die Sprünge zu helfen. "A wos, das schaffen wir schon“, oder "a wos, das nehm ich auch noch mit“. "A wos“ - das klang praktisch, patent, wie die Deutschen halt waren. Das Wort blieb in Russland, schlich sich in die russische Sprache ein, es bedeutet "hoffentlich“.

"Awoska“ nennt man in Russland seither auch jenen praktischen, patenten Beutel, den man immer dabeihat. Im Kommunismus war die Awoska ein überlebenswichtiges Utensil, ohne das der Sowjetbürger, die Sowjetbürgerin niemals das Haus verließ. Man trug sie zusammengeknüllt bei sich, um stets gerüstet zu sein, falls eine Schlange vor einem Geschäft stand und es irgendetwas zu kaufen gab: Kernseife, Kinderpyjamas, Gummistiefel, Knackwurst, egal.

Geht


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