Mediaforschung  Verführungskolumne

Wie findet man das perfekte Werbelied, Frau Hämmerle?

Medien | aus FALTER 46/13 vom 13.11.2013

Man sieht gemütlich eingerichtete Wohnungen, im Kamin lodert Feuer, Weihnachtsschmuck hängt dezent herum, Menschen bewegen sich unscharf durch das Bild. Die neue Werbung von A1 soll Ruhe, Geborgenheit und das passende Produkt vermitteln: ein Internetzugang, der zuverlässig ist und zur Adventzeit - wenn man viel zu Hause ist - nicht ausfällt.

Passend zu den Bildern hört man die mädchenhafte Stimme von Lisa Hannigan, die den Elvis-Hit "Blue Moon“ neu interpretiert, so als wäre er nur für sie geschrieben worden. Die A1-Spots fallen oft mit stimmungsvollen Songs auf, auch mit anerkannten Bands wie Beirut oder Muse.

Wie findet man das richtige Lied? "Es darf nicht zu mainstreamig, nicht zu oft im Radio gelaufen sein“, erklärt Sabine Hämmerle von der Agentur Nitsche. Zuerst ist die Idee für die Kampagne da, dann wird der passende Sound gemeinsam mit dem Kunden ausgewählt. Sehr oft sind es Indiepopsongs, die trotz eingängiger Melodien nicht zu abgedroschen wirken.

Die Rechte zu bekommen ist oft gar nicht so einfach. Manche Bands lehnen es aus Prinzip ab, in Werbung vorzukommen, bei anderen muss man erst herausfinden, wer die Lizenzen vergibt. Die Rechte können einen drei- bis fünfstelligen Betrag kosten.

Doch was macht ein gutes Werbelied nun wirklich aus? Eine endgültige Antwort hat auch Sabine Hämmerle nicht. "Das ist in Worten schwer zu beschreiben“, sagt sie, "das ist eine Gefühlssache - wie wenn Sie ein Lied im Radio hören und Gänsehaut bekommen. So etwas ist wohl immer sehr subjektiv.“ Ingrid Brodnig


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