Schriftsteller Tim Bonyhady: "Es geht um Verbrechen und Gerechtigkeit“

Feuilleton | aus FALTER 46/13 vom 13.11.2013

:: Einen Tag nach dem Rundgang durch die Wohllebengasse traf der Falter den Autor Tim Bonyhady, um mit ihm über Raubkunst, Restitution und den Sammler Rudolf Leopold zu sprechen.

Falter: Herr Bonyhady, wann haben Sie das erste Mal das Wort "Raubkunst“ gehört?

Tim Bonyhady: Ich bin mir nicht sicher. In Australien spielt dieses Thema eigentlich keine Rolle. Außerdem hatten meine Großmutter und meine Großtante ja das Glück, dass sie das meiste mitnehmen konnten. Nur für meinen Großonkel Ernie war es anders. Er hat auf der Flucht in Triest alles verloren und nicht gewusst, ob es zerstört oder geraubt wurde. Meine Mutter hat sich oft gefragt, was mit seinen Kunstwerken passiert sein mag.

Hat das Thema Restitution den Blick auf die NS-Zeit verändert?

Bonyhady: Ich glaube schon. Bei Raubkunst und Restitution geht es im Grunde genommen um Verbrechen und Gerechtigkeit. Als Jurist frage ich mich: Was muss man alles tun, um seinen Anspruch auf Eigentum zu begründen?

Wie war das bei Ihrem


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