Zoff mit Zeugs und Zaster

Feuilleton | Kunstkritik: Nicole Scheyerer | aus FALTER 46/13 vom 13.11.2013

Sehstörung auf der Metaebene: Die Krisenkunst im Mumok raubt dem Betrachter das letzte Bisschen Klarsicht

Zunächst sieht man nur ein graues Flimmern. Die Kamera streift über Gegenstände, deren Umrisse ausfransen. Abstufungen von Grau sind der ganze Inhalt von Emily Wardills 16-mm-Film "The Palace“. Zu hören sind die Erzählungen eines Herren über eine Welt ohne Farben und Konturen. Seine Geschichten voller Andeutungen wirken aber bald ebenso monoton wie die Bilder monochrom.

Willkommen in der Ausstellung "and Materials and Money and Crisis“. Der New Yorker Kurator Richard Birkett hatte in der ersten Themenschau unter der Ägide von Mumok-Direktorin Karola Kraus vollkommen freie Hand. Die größtenteils extra produzierten Arbeiten von elf Künstlern fallen jedoch so anstrengend wie unergiebig aus. Während beim Grazer steirischen herbst derzeit die Schau "Liquid Assets“ den globalen Finanzkapitalismus künstlerisch einkreist, versucht Birketts brisanzlose Ausstellung eine kunstimmanente


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