Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 46/13 vom 13.11.2013

Pop

Lady Gaga: Artpop

Gerade sind zwei neue Alben von US-Superstars, die es noch mal wissen wollen, erschienen: Eminems "Marshall Mathers LP2“ klingt wie ein langes Selbstgespräch, in das man sich als Hörer irrtümlich eingeklinkt hat - und auch Lady Gaga hat auf "Artpop“ den Bezug zum Hörer, zu ihren kleinen Monstern, weitgehend verloren. Nichts gegen Jahrmarkt-Techno, der wieder mal Gebot der Stunde ist, aber die Sause, die hier gefeiert wird, wirkt ebenso verkrampft wie Gagas Bemühungen, von der Kunstwelt angenommen zu werden. Vor allem aber fehlen echte Hits. (Universal) sf

Pop

Paul McCartney: New

Es ist nicht so, dass es auf den 14 Songs gar nichts gäbe, was man sich anhören kann: "Queenie Eye“ etwa hat einen echt flotten Refrain. Aber wo Meryl Streep, die kurz im Video auftaucht, bloß Meryl Streep sein muss, um cool rüberzukommen, hört sich Sir Pauls neues Album so an, als müsste man einem 71-Jährigen zusehen, der im falschen Fitnessstudio trainiert: Das ist alles zu schnell, zu grell, zu laut, zu doof. Bleibt die super Zeile über das Seite-5-Mädchen: "She came from Chichester / To study history / She had removed her clothes / For the likes of me.“ (Universal) KN

Klassik

Ilya Gringolts: Paganini. 24 Caprices for Solo Violin

Teuflisch schwer sind sie, die 24 Caprices von Paganini. Als Ganzes hört man den Zyklus nur sehr selten, auch Ilya Gringolts hat ihn erst einmal im Konzert gespielt. Natürlich sind diese technischen Höchstschwierigkeiten, die Gringolts makellos beherrscht, atemberaubend. Doch bei all den halsbrecherischen Doppelgriffkaskaden und Flageolettpassagen erklingen hier eben auch Miniaturen, die weit mehr sind als reines Virtuosenfutter: zwei Dutzend ausdrucksstarke Stimmungsbilder zwischen funkelnder Virtuosität und singender Kantilene. (Orchid Classics) mda


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