Das Lehrstück von der Ausgliederung

Feuilleton | Chronik: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 46/13 vom 13.11.2013

Aufführung des Jahres: Die Protestrede des Billeteurs Christian Diaz im Burgtheater sorgt immer noch für Diskussionen

Der Auftritt dauerte keine drei Minuten und war schauspieltechnisch alles andere als perfekt. Und doch hat es am Burgtheater schon lang keine Aufführung mehr gegeben, die so viel auslöste wie die Intervention des Billeteurs Christian Diaz beim Jubiläumskongress am 12. Oktober.

Der Kunststudent enterte in seiner Billeteursuniform die Bühne und machte auf den Umstand aufmerksam, dass der Publikumsdienst der Bundestheater an das multinationale Security-Unternehmen G4S (Group 4 Securicor) "outgesourct“ wurde. Die Billeteure und Garderober in Burg und Oper sind also Angestellte einer Firma, die auch Gefängnisse wie das neue "Schubhaft-Zentrum“ in Vordernberg betreut.

Inzwischen hat Diaz zwar seinen Job als Billeteur verloren. Seine Aktion aber ist voll aufgegangen: Das schon 1996 erfolgte "Outsourcing“ des Publikumsdienstes ist auf einmal zum Thema geworden. Das Lehrstück


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