Er sägt an dem Ast, auf dem er erzählt

Feuilleton | Gutachten: Klaus Nüchtern | aus FALTER 46/13 vom 13.11.2013

Ironisch bis wolkig: Machado de Assis’ raffiniert erzählter Roman "Dom Casmurro“

Man soll die haptischen Kollateralgewinne der Klassikerpflege nicht geringschätzen. Die Bände aus Manesses Bibliothek der Weltliteratur seien "wahre Handschmeichler, leicht zu heben, leicht zu blättern und mit einem goldfarbenen Leseschnürchen versehen“, schwärmt die deutsche Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff. In ebendieser Ausstattung und neuer Übersetzung ist nun "Dom Casmurro“ von Joaquim Maria Machado de Assis aufgelegt worden.

Im Gegensatz zu seinem Schöpfer gehört Bento, der Protagonist besagten Romans, der weißen Oberschicht von Rio an. Als seine Mutter mit 31 Jahren Witwe wird, reicht das verbliebene väterliche Kapital aus, um dem Niedergang der Familie vorzubeugen: "Sie verkaufte die große Fazenda und die dazugehörigen Sklaven (…), erwarb ein Dutzend Häuser, eine Reihe von Aktien und blieb in dem Haus in der Rua de Mataclavos wohnen, wo sie ihre letzten beiden Ehejahre verbracht


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