Beisl  Der steirische Gourmet

Die Geisha in der Nische

Steiermark | Restaurantkritik: Günter Eichberger | aus FALTER 46/13 vom 13.11.2013

Das Gastzimmer des Milu Milu wirkt, als wäre eine österreichische Provinzwirtshausstube mit asiatischen Motiven drapiert worden. Was wohl die chinesischen Schriftzeichen bedeuten? Vielleicht: "Wer hier eintritt, lasse alle Hoffnung fahren.“

In einer Nische steht eine Geisha-Puppe, und die dicke Speisekarte bietet einen Querschnitt durch beliebte asiatische Gerichte, von Japan bis Malaysia. Was man dem neuen Lokal zugute halten kann, sind die günstigen Preise. Das "Deluxe Set Menu“ bietet um 14,90 Euro Suppe, Vorspeise, zwei Hauptspeisen, Dessert und als Stilbruch auch noch ein Glas Prosecco. In der angeblichen Kokoskürbiscremesuppe ist Kürbis nur in Spuren vorhanden, der großzügige Einsatz von Stärke verdickt die süß-saure Suppe unerfreulich. Bei den gebackenen Samosastäbchen mit annehmbarem Curryfleisch darf man noch hoffen, aber die Hauptgerichte sind eine echte Herausforderung. Der Tintenfisch mit Brokkoli ist gummiartig zäh, das Wokgemüse mit Tofu beinahe geschmacksfrei. Die Speisestärke ist offenbar nur eingerührt worden, ohne das Gemüse köcheln zu lassen. Das marinierte koreanische Rindfleisch Bulgogi lässt wegen der dunkelbraunen Sauce Zweifel an ihrer Bestimmung für den menschlichen Genuss aufkommen.

Resümee

Angenehm ruhig, weil kaum Gäste. Wer einen wenig sensiblen Geschmackssinn hat, kann sich dort billig den Bauch vollschlagen. F

Milu Milu Restaurant, Keesgasse 5, 8010 Graz, 0316/83 93 23, Mo-So 10.30-22 Uhr


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