Theater Kritik

Der Katholizismus als Gruselkabinett

Lexikon | SARA SCHAUSBERGER | aus FALTER 46/13 vom 13.11.2013

Ein Mann in Frack und roten Stöckelschuhen sitzt am Piano. Den blutigen Körper in Frischhaltefolie gewickelt, wird eine Schauspielerin zu einer Art Chucky die Mörderpuppe. Eine liegt das ganze Stück über einfach nur leblos auf der Bühne. Im Hintergrund läuft blass ein Video von einem Mann, einem Traktor und einem Maisfeld. Der Regisseur Gerhard Fresacher hat Texte von Josef Winkler inszeniert, und die handeln vom Katholizismus als Gruselkabinett. "Wetterleuchten auf der Zungenspitze" ist eine Freakshow, hinter der der Text fast gänzlich verschwindet. Dass man wenig versteht, ist aber auch ein akustisches Problem, da die Livemusik oft lauter ist als der Text. Man fragt sich: Wozu einen Winkler inszenieren, wenn dann kaum ein Wort zu verstehen ist? Garage X, Fr, Sa 20.00


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