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Pfiffiger Psychedelikpop und eine fast nackte Frau

Lexikon | GS | aus FALTER 46/13 vom 13.11.2013

Eine junge Frau steht auf einer Waldlichtung, lediglich mit einem durchsichtigen Überwurf bekleidet. Die Augen hat sie geschlossen, in der rechten Hand hält sie ein Schwert. So sieht das Cover des schlicht "II" betitelten aktuellen Albums von Unknown Mortal Orchestra aus, doch trotz Schwert und Nacktheit hat das Motiv nichts Bedrohliches oder Aufreizendes an sich. Es ist einfach auf eigenwillige Weise schön, was wiederum gut zur Musik passt, die Leisetreterklänge mit prächtigem, an die frühen 70er-Jahre erinnernden Psychedelikpop und dem einen oder anderen Schweinerockmoment verbindet. Ursprünglich vom Neuseeländer Ruban Nielson als Einmannband betrieben, agiert das "Orchester" derzeit als Trio von den USA aus. Nach Wien kommen sie gemeinsam mit den tollen holländischen Retrorockbuben Mozes And The Firstborn. B72, Sa 21.00

Von den vergänglichen Blüten im Kaktusgarten

Mit seiner Band Bo Candy &His Broken Hearts eint der burgenländische Musiker und Studiobetreiber Thomas "Kantine" Pronai Rockenergie, Indiepopmelodie und gefühlvolle Momente. "Aufstand im Kaktusgarten" lautete in der Anfangsphase die Parole; mit dem neuen, zweiten Album "Flowers Must Fade" ist dieser Kaktusgarten aber plötzlich gar nicht mehr stachelig, vielmehr steht er in voller Blüte. Diese Blüten erzählen freilich stets auch von der Vergänglichkeit. So ist das Album, das druckvolle und melancholische Passagen geschickt verbindet, alles andere als frohgemut gestimmt: "Don't waste your time on lovers, don't waste your time on friends", heißt es an einer Stelle. "I say hold on to your enemies, they are true until the end." Rhiz, Do 22.00


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