Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 47/13 vom 20.11.2013

Die Schauspielerin Elisabeth Moss hat keinen leichten Job. Sie spielt Frauen in einer frauenfeindlichen Umgebung. In "Mad Men“ ist Peggy Olson die einzige Grafikerin unter saufenden Machos. In der Miniserie "Top of the Lake“ verkörpert Moss die Polizistin Robin, die im neuseeländischen Hinterland ermittelt. Sie gerät dabei in ein Reservat des Sexismus; die "Mad Men“-Sixties überleben in den Kneipen und Wohnwagen der Kiwi-Rednecks.

So sehr die Drehbücher Moss die Opferrolle auf den Leib schreiben, so überzeugend kämpft sie in ihrem Spiel gegen diese Schwäche an. Ihre meist ernste Miene verrät seelische Verletzungen, aber sie jammert nie. Während weibliche Karrieren in "Mad Men“ meist über Sex mit Vorgesetzten ablaufen, sucht Peggy den fachlichen Wettbewerb. In "Top of the Lake“ bekämpft sie die Dämonen ihrer Kindheit nicht beim Therapeuten, sondern an den Originalschauplätzen. Großartig!


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