Enthusiasmuskolumne  

Schenkt Kugeln und Harfen zu Weihnachten

Diesmal: der beste Christmas-Shop der Welt der Woche

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 47/13 vom 20.11.2013

Der Termin fürs Weihnachtsfest steht seit rund 2013 Jahren fest, aber immer wieder gibt es Menschen, die Jahr für Jahr aufs Neue überrascht werden. Daher an dieser Stelle schon jetzt der Hinweis: Auch heuer fällt Weihnachten wieder auf den 24. Dezember.

Natürlich kann man Weihnachten auch schwänzen oder das Geld, das für Geschenke draufgehen würde, an Bedürftige überweisen. Man muss es halt nur rechtzeitig bekanntgeben bzw. unter dem Weihnachtsbaum die entsprechenden Kontoauszüge vorlegen: Schau, die X-Box, die du dir gewünscht hast, geht heuer in die Dritte Welt, die Kinder dort haben eh so wenig Spaß.

Kinder zu beschenken ist aber ohnedies einfach. Die haben noch Zeit, sich Geschenke auszudenken und Briefe ans Christkind zu diktieren. Schwieriger ist es mit Erwachsenen, zumal wenn sie auch noch Analphabeten und/oder Antialkoholiker sein sollten, der bewährte Beschenkungsbringer Buch & Birnenschnaps also schon mal ausfällt. In solchen Fällen pflegen die Schenker in ihrer Verzweiflung Schnickschnackboutiquen zu stürmen, die Reiseschachs aus Edelstahl, güldene Türstopper, Untersetzer aus Elefantendung oder anderen Kramuri für Leute, die echt schon alles haben (sogen. "Krafleschah“), feilbieten.

Ist doch albern! Man suche stattdessen ein Geschirrgeschäft oder, besser noch, eine Haushaltsbedarfshandlung auf, die nicht nur Alessi-Zuckerdosen, Zitronenpressen von Philippe Starck und anderen Krafleschah, sondern unprätentiöse Basics wie Butterdosen und Brotsäcke bereithält. Warum heuer nicht mal jemand mit einer Gewürzkugel, einer Eierharfe oder dem Rettichschneider "Radimax“ überraschen?! Erste Adresse für dergleichen: k.u.k. Hoflieferant Rudolf Waniek (1., Hoher Markt 5).


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