Buch der Stunde

Ein Glückskind wird durch Krisen zu Goethe

Feuilleton | Thomas Leitner | aus FALTER 47/13 vom 20.11.2013

Nach den letzten Veröffentlichungen von Rüdiger Safranski, vor allem der Schiller-Monografie und "Schiller und Goethe“, war das Erscheinen dieses Buches über den Geheimrat keine Überraschung und die Erwartung dementsprechend hoch. Der Autor weiß sie zu erfüllen und baut klug auf den vorangegangenen Werken auf: Er konzentriert sich auf die Entwicklungslinien in Leben und Werk, bei der Darstellung des geistesgeschichtlichen Umfelds begnügt er sich mit skizzenhaften Andeutungen.

Besonders schön gelingt die Darstellung der glückskindhaften Jugend, in der es Goethe erst allmählich, durch krisenhafte Einschnitte begünstigt, gelingt, aus der privilegierten Kondition heraus seine Begabungen zu entfalten.

Einen ersten Höhepunkt des Buches bilden da die Geschehnisse um die Krönung von Joseph II.: In ganz schön verhätschelter Position nimmt der 15-Jährige an den Festereignissen teil, gleichzeitig verstrickt er sich mit ersten Erprobungen seiner literarischen wie "gesellschaftspolitischen“


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