Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 47/13 vom 20.11.2013

Pop

Sleep Sleep:

Gospel

2009 veröffentlichte ein junger österreichischer Singer/Songwriter sein bemerkenswertes Debüt "City of Last Things“. Er hieß Pieter Gabriel - und heißt immer noch so, ist es ja sein bürgerlicher Name. Es musste ein weniger vorbelasteter Künstlername her. Als Sleep Sleep legt Gabriel mit "Gospel“ ein sehr stimmungsvolles Werk vor, das aufs Atmosphärische, auf somnambule Grooves und "Twin Peaks“-Zitate setzt, ohne auf die Songs zu vergessen. Eine der besten Popstimmen des Landes hat er sowieso. Nur: Was ist beim Cover passiert? (Noise Appeal) sf

Jazz

Jun Miyake: Lost Memory Theatre - act-1

Der japanische Jazzer (p, fl-h) greift sich hier alles, was gut und teuer ist, um daraus eine Patchworkdecke des postmodernen Pathospop zu schneidern. Ein halbes Dutzend Sprachen und international gesuchte Musiker (Arto Lindsay, David Byrne, Nina Hagen, Cosmic Voices from Bulgaria et al.) sind ihm grad gut genug, um atmosphärisch hoch aufgeladene Stücke aneinanderzureihen wie süße Teile im Schaufenster einer Brüsseler Patisserie: bombastische Baisers, extravagante Éclairs, perverse Pralinen. Üppig. (yellowbird) Kn

Live: 28.11., 20 Uhr Radiokulturhaus (Großer Sendesaal)

Klassik

Neue Vocalsolisten Stuttgart: Madrigali

Dem ausgezeichneten Stuttgarter Ensemble ist es zu verdanken, dass sich die historische Form des Madrigals, des mehrstimmigen Vokalstücks also, in den letzten Jahren wieder Gehör verschaffen konnte. Johannes Schöllhorn, José Maria Sánchez-Verdú, Andreas Dohmen und Clemens Gadenstätter haben mit der Kunstform experimentiert und sie neu interpretiert - zeitgenössisch und virtuos. Da wird mal klagend gesungen, mal wütend rezitiert, geseufzt und gewimmert. Die Stimmen rasen nur so dahin, um sich plötzlich im Nichts zu verlieren. (col legno) mda


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