Mehr als nur eine Ahnung von Tuten und Blasen

Feuilleton | Buchrezension: Daniela Strigl | aus FALTER 47/13 vom 20.11.2013

In seinem Roman "Im Stein“ erzählt Clemens Meyer von der Halbwelt zur Nachwendezeit, ohne das Milieu zu romantisieren

Beim Deutschen Buchpreis ging Clemens Meyer als Favorit leer aus, nun hat er den Bremer Literaturpreis bekommen - für sein gewaltiges Epos der Halbwelt zur Nachwendezeit. "Im Stein“, das meint vielerlei: das Großstadtpflaster, die Geschäfte der Baulöwen, Bergwerk und bröckelnde DDR-Denkmäler, Gefängnis, Grab und Gruft und den Diamanten als Stein der Steine.

Das erste und das letzte Wort haben die Frauen, um die sich alles dreht. In fingierten Interviewsituationen und inneren Monologen kommen die Huren zu Wort, deren professioneller Blick eine eher abtörnende Wirkung hat. Die meisten sehen ihren Job als Möglichkeit, viel Geld in kurzer Zeit zu verdienen. "Ich küsse nicht“, stellt eine "Old-School-Hure“ klar. "Auch nicht ohne Zunge, jedenfalls nicht auf den Mund.“

Von wegen Nachtarbeit: Die meisten arbeiten vor allem tagsüber, in Wohnungen, auf eigene Rechnung,


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