Nüchtern betrachtet 

Wie’s mir geht? Nun, soso, eher ziemlich chalumeau

Feuilleton | aus FALTER 47/13 vom 20.11.2013

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Man wacht zur gewohnten Zeit auf, und es ist finster wie in einem Bärenarsch; man hat das zweite Bier noch nicht geöffnet, und es fängt bereits zu dämmern an. Wer hat sich das eigentlich ausgedacht? Der Spätherbst löst schwere Schübe prokrastinativer Depression aus, anders gesagt: Er ist die falsche Jahreszeit für alles. Ich will mich um nichts kümmern, auch nicht um meine Pensionsfürsorge oder um Menschen, die mich anrufen, weil sie sich um meine Pensionsfürsorge kümmern wollen. Don’t call us, we call you. Mit dieser Gemütslage bin ich offenkundig nicht alleine. Ich habe Freunde, die außerstande sind, mir auf irgendeinem der ihnen zur Verfügung stehenden Kommunikationskanäle (Telefon, E-Mail, Rauchzeichen, Kissogram) mitzuteilen, ob ich sie am nächsten Wochenende zum Essen einladen darf.

Am zweitwenigsten braucht man in solchen Zeiten Ex-Kabarettisten, die sich einen blöden


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