Der Tote im Keller

Steiermark | Recherche: Florian Klenk Gerlinde Pölsler | aus FALTER 47/13 vom 20.11.2013

In der Justizanstalt Karlau wird ein suchtkranker Insasse in eine archaisch anmutende Kellerzelle gesteckt. Dort bringt er sich um. War das notwendig?

Ich freue mich schon auf Weihnachten.“ Das sollen die letzten Worte von Ronnie D. gewesen sein.

Zu Weihnachten sind hier in der Grazer Justizanstalt Karlau Besuche mit Bewirtung gestattet. Da hätte Ronnie D. mit seiner Schwester Kekse essen können. Er hätte seine alte Mutter und seinen pflegebedürftigen Vater gesehen. Der soll ihm versprochen haben, er komme auf jeden Fall, und wenn es auf allen Vieren sein müsse.

Nein, es habe keine Anzeichen gegeben, dass sich Ronnie D. den Gürtel um den Hals schlingen und sich dann am Heizkörper montieren würde. Das behaupten die Justizbediensteten. Der Mann, der seine zehnjährige Haftstrafe wegen Raubes zu drei Vierteln abgesessen hat, habe von der Zukunft geredet, da unten im Kotter B-006, neun Quadratmeter groß. Hier in dieser Kammer, die den Geist des 19. Jahrhunderts atmet, endete das Leben


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