Musiktheater Kritiken

Ende des Krieges am Friedhofs-Sandstrand

Lexikon | aus FALTER 47/13 vom 20.11.2013

Mozarts Oper "Idomeneo" verfügt über eine Dramatik, die ihresgleichen sucht. Unter René Jacobs hört man Musik, genauso an der französischen Oper eines Jean-Philippe Rameau wie an der Seria-Tradition orientiert, mit denen Mozart sich gleichermaßen auseinandergesetzt hatte und doch völlig neue Wege beschritt. In Damiano Michielettos kluger Regie beeindruckt besonders Richard Croft als geschwächter, resignierender, gar nicht "heldischer" Idomeneo, auch alle anderen Sänger und der Arnold Schoenberg Chor. Am Ende gerät das Geschehen plakativ aus dem Gleis, wenn sich die grandiose Elettra Marlis Petersen vor Wut in einer Schlammpfütze wälzt und die Kriegswaise Ilia ihrem Idamante einen Sohn gebärt. HR

Theater an der Wien, Fr, So 19.00


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