Am Apparat

Warum müssen wir der PVA antworten, Herr Pinggera?

Politik | Anruf: Wolfgang Zwander | aus FALTER 48/13 vom 27.11.2013

Telefonkolumne

Rund 1,7 Millionen Österreicher sind heuer von der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) per Brief dazu aufgefordert worden, für das ab 2014 geltende Pensionskonto Lücken in ihren Lebensläufen zu schließen. Bislang haben nur vier von zehn Adressierten den Fragebogen retourniert. Der Falter sprach mit PVA-Chef Winfried Pinggera über die Postwurfsendung aus seinem Haus.

Herr Pinggera, wer wurde von der PVA eigentlich angeschrieben?

Wir haben allen Österreichern geschrieben, bei denen wir nicht über die vollständige Information verfügten, in welchen Jahren sie pensionsversichert waren.

Wofür braucht die PVA diese Informationen?

Für das neue Pensionskonto, das 2014 kommt. Wir wollen Transparenz schaffen, damit jeder Bürger detailliert nachsehen kann, wann er welche Pensionsversicherungsbeiträge geleistet hat. Wenn jemand zum Beispiel eine Zeitlang im Ausland gearbeitet hat, dann wissen wir das oft gar nicht. Um solche Lücken zu schließen, haben wir die Briefe ausgeschickt. Wir wollen damit verhindern, dass ein Teil der Erwerbsgeschichte verlorengeht.

Kam es bei den Rücksendungen auch zu Problemen?

Bislang lief eigentlich alles ganz gut. Hin und wieder zeigten sich Leute darüber verwundert, dass wir auch nach sehr kleinen Lücken fragten. Wenn jemand zum Beispiel zwischen Pflichtschulabschluss und Antritt der Lehre ein paar Monate verstreichen lässt, dann scheint das bei uns bereits als Lücke auf. Zu ähnlichen Problemen kam es manchmal auch beim Übergang von der Schul- zur Studienzeit.

Sind Sie mit der Beantwortungsquote von 40 Prozent zufrieden?

Das ist nur ein vorläufiger Wert, es kommen täglich noch neue Briefe. Wer gar nicht reagiert, wird von uns noch einmal angeschrieben. Aber ich sage einmal: Das kostet Steuergeld, das man sicher sinnvoller einsetzen kann.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige