Herausgerechnet!

Politik | Essay: Stephan Schulmeister | aus FALTER 48/13 vom 27.11.2013

Wenn Arbeitslose nicht ins Weltbild passen, wird einfach der Rechenstift angesetzt. Wie die Ökonomie die Krise verstärkt

In Deutschland und Österreich laufen Koalitionsverhandlungen, Kassastürze sind angesagt. Was werden uns die Pensionen kosten? Was die Unterstützung von Euroländern? Die Bankensanierung? Die Arbeitslosen? Und das Gesundheitssystem?

Also brauchen wir Reformen, und die Leitlinie lautet: sparen, länger arbeiten, "Entfesselung“ der Wirtschaft, Flexibilisierung der Arbeitszeiten und Privatisierung.

Vor lauter Krisenbäumen sieht man den Krisenwald nicht mehr. Zum Vergleich: Vor 40 Jahren hatte jeder in Europa einen voll sozialversicherten Arbeitsplatz. Die Staatsverschuldung war 20 Jahre lang gesunken, der Sozialstaat wurde stetig ausgebaut. Finanz- und Arbeitsmärkte waren strikt reguliert. In allem machte man das Gegenteil heutiger Therapien.

Die gegenwärtige Lage der EU hingegen: Armut und Prekariat steigen dramatisch. Millionen Junge finden keine Arbeit. Die Staatsverschuldung


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige