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Bücher, kurz besprochen

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 48/13 vom 27.11.2013

Der totale Nazi-Wille zur Macht

Mussolinis Faschisten mussten sich immer wieder gegen den Vorwurf wehren, sie hätten keine politischen Ziele, sie seien eine inhaltsleere Bewegung. In einem Interview antwortete der noch nicht an die Macht gekommene Duce auf diese Kritik: "Das Regierungsprogramm des Faschismus ist sehr klar: Wir wollen an die Regierung.“

Mit dieser brutalen Ehrlichkeit ist auch das monumentale Werk "Totalitäre Propaganda“ von Siegfried Kracauer grob, aber gut umrissen. Kracauer beschäftigte sich nicht mit dem bösartigen Eigenbrötlertum der Nazis, sondern mit ihrem Weg an die Macht. Der 1933 aus Deutschland geflohene Autor verfasste seine Schrift zwischen 1936 und 1938, sie wurde aber aufgrund von Streitereien (mit Adorno) und widriger Umstände erst jüngst veröffentlicht.

Das Buch bereitet Unbehagen. Die Nazis erscheinen darin nicht als Wahnsinnige, sondern als kalkulierende Nihilisten, als zynische Weltkriegsveteranen, denen es nie um Inhalte ging, sondern immer


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