Das Rad der Geschichte

Das Jüdische Museum erzählt die Geschichte einer Minderheit ohne Opferpathos

Feuilleton | Rundgang: Matthias Dusini | aus FALTER 48/13 vom 27.11.2013

Die Geschichte der Wiener Juden beschränkt sich nicht auf den Holocaust. Das ist die Essenz der neuen Dauerausstellung des Jüdischen Museums Wien, die vergangene Woche eröffnet wurde.

Die Schau "Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute" ist das große Vorhaben von Direktorin Danielle Spera, deren Tätigkeit 2010 mit einem Scherbenhaufen begann. Im Zuge der Renovierung des Gebäudes war ein Teil der alten Präsentation zu Bruch gegangen, was von einigen Museologen als vorsätzlicher Akt der Zerstörung kritisiert wurde.

Spera lässt die gemeinsam mit dem Kurator Werner Hanak-Lettner entwickelte Erzählung über die Geschichte der Wiener Juden mit einem Koffer beginnen, den der Arzt Arthur Stoehr dabeihatte, als er 1945 das KZ Theresienstadt verließ. Mit der Hand hatte die ursprüngliche Besitzerin Frieda Jacobowitz ihren Namen draufgeschrieben. 1944 wurde sie in Auschwitz ermordet, Stoehr nahm den Koffer mit nach Wien.

Bewusst halten die Kuratoren das Rad der Geschichte an jener Stelle an,


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