Keine jungen Katzerln mehr

Die Linzer Band Shy beweist mit ihrem ersten Album seit sieben Jahren, dass würdevolles Altern im Indiepop möglich ist

Feuilleton | Porträt: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 48/13 vom 27.11.2013

Es ist nicht einfach, eine Indieband langfristig beisammenzuhalten. Irgendwann entscheiden sich viele Musiker doch für bürgerliche Berufe, setzen Kinder in die Welt und gehen abends nur mehr ungern aus dem Haus. Dann ist langsam Schluss mit Albenmachen und spätabendliche Konzerte-Spielen.

Das letzte Shy-Album "Zurück am Start" gab es 2006. Danach war von der Band um Sänger und Texter Andreas Kump so lange nichts zu hören, dass man denken musste, sie sei sanft entschlafen. Mit "Zwei" hat sich die Gruppe nun nicht nur aufgerafft, noch einmal ein Album zu machen, ihr ist eine richtig tolle Platte gelungen. Sie klingt nicht, als möchten Fortysomethings wie 25 wirken, sondern sie ist im besten Sinne altersadäquat.

Schon das erste Lied "Manchmal" ist eine kleine Offenbarung. Melancholisch schön wie der poppige Postrock der US-Band The Sea and Cake klingt es, stimmungsvoll und ein bisschen weise. Eineinhalb Minuten vergehen, bis Kump zu singen beginnt. Wenn er dann singt, entfahren ihm


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