Zwischen Blindheit und Überfürsorge

Versuch einer Antwort auf die Frage, was wir eigentlich schützen, wenn wir unsere Kinder schützen

Feuilleton | Essay: Paulus Hochgatterer | aus FALTER 48/13 vom 27.11.2013

Es gibt Dinge, die sind riskanter als andere; in Österreich zum Beispiel über die Frage zu reden, ob Marcel Koller für uns tatsächlich der Richtige ist, oder in Wien über Gerechtigkeit in der Hochkultur: Michael Schottenberg geht und Matthias Hartmann darf bleiben. Schon sieht man sich ein paar hunderttausend Theaterdirektoren gegenüber und noch mehr Fußballteamchefs.

Wirklich heikel wird es dort, wo nicht der narzisstische Anspruch Motor der Sache ist, sondern die unbestreitbare eigene Erfahrung. Ja, Kinder waren wir alle, und viele von uns haben eigene Kinder. Damit ist jeder ein Experte im Wortsinn, und wenn zum Beispiel gerade über Computerspiele oder das Lehrerdienstrecht geredet wird, merkt man das besonders.

Angesichts der Gefahr, auf lauter Experten zu treffen, die nicht meiner Meinung sind, tue ich, was in so einer Situation defensivtaktisch am vernünftigsten ist: Erst rede ich herum und dann recherchiere ich ein bisschen. Die Sache mit dem Herumreden ist nicht nur Koketterie,


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