Nüchtern betrachtet

Beglückungsversuche qua Kuhkässchmelze

Feuilleton | aus FALTER 48/13 vom 27.11.2013

Auf die Frage nach seiner ärgerlichsten Eigenschaft hat Woody Allen in einem Interview mit "constant whining" geantwortet. Wie larmoyant Woody Allen privat wirklich ist, weiß ich nicht und will ich gar nicht wissen, aber seiner Einsicht, der zufolge die ewige Jammerei eine abschaffungswerte Neigung darstellt, möchte ich an dieser Stelle auf keinen Fall widersprechen, allenfalls ergänzen, dass dies vor allem in Hinblick aufs je eigene Jammerpotenzial gilt, denn die Toleranz gegenüber dem Gejammer der anderen ist grundsätzlich gering, wohingegen die Fremdjammerbejammerungsvereine, die landauf, landab gegründet werden, um Jammermoratorien über Andersjammernde zu verhängen, naturgemäß ein arschseppelhafter aporetischer Schmarrn sind und, um's jetzt mal philosophisch zu sagen, getrost als klassisches Beispiel für einen performativen Selbstwiderspruch gelten dürfen. Gegen objektbezogenes und zielgerichtetes

Aufbegehren, dem darum zu tun ist, Leid zu lindern und Unrecht aus der Welt

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