Vorhang auf!

Die Grazer Theatermacher sind diese Woche eine Macht. Ein Überblick

Lexikon | Tiz Schaffer | aus FALTER 48/13 vom 27.11.2013

Versteht ihr euch noch, oder habt ihr schon gemeinsam ein Erbe angetreten?" Ja, so ein Erbe kann mitunter das Schlechteste im Menschen zutage fördern. Wenn es eben darum geht, es anzutreten, heißt es seitens des Grazer Mezzanin Theater, dann würden Psychowaffen zum Einsatz kommen, die so manch Rosenkrieg "wie eine harmlose Meinungsverschiedenheit" erscheinen lassen. Regie bei der Uraufführung der Theater-Videoinstallation "Erben" (Theater im Bahnhof, Premiere Fr 20 Uhr) führt Hanspeter Horner, es spielt Martina Kolbinger-Reiner (siehe Foto).

Das Stück "Paarungsspiele featuring Publikumsbeschimpfung II" des Grazer Autors Martin G. Wanko feiert zeitgleich mit "Erben" seine Premiere, Bernd Sracnik inszeniert im Theater im Keller. Nicht nur, dass zwei Pärchen in die Falle einer Internet-Seitensprung-Agentur tappen, es wird auch noch das Publikum in die Mangel genommen. Es wird "hammermäßige Unterhaltung", aber auch Tiefgang versprochen.

Die Arbeitsateliers des Drama Forum gehen diese Woche in die letzte Runde, und zwar mit "Mücken sind Kernobst" des mittlerweile in Graz beheimateten Autors Fiston Mwanza Mujila. "Ein absurder, düsterer, surrealer Spiegel der Welt" wird dem Publikum im Theater am Lend vorgehalten (27., 29., 30.11., 20 Uhr).

Die Zweite Liga für Kunst und Kultur hat für "der druckauftrag" zwei künstlerische Kooperationpartner an Land gezogen, es sind dies der Musiker Robert Lepenik und die Theatermacherin Monika Klengel. Im Grazer Volkshaus (Premiere Mi 20 Uhr) wird eines der wohl elementarsten menschlichen Themen behandelt, die Arbeit. Und es geht um die Sehnsucht, nicht mehr funktionieren zu müssen.

Eine Uraufführung widerfährt diese Woche auch einem Stück des Grazer Literaten Stefan Schmitzer. "franzfranz. ein seminar" wird von der hardplaycompany am RESOWI der Uni Graz umgesetzt (Fr, Sa, Mo, Do 19.30 Uhr). Es geht um das derzeit ja sehr virulente Problem der "totalen Überwachung", das Publikum wird in diesen Seminarabend eingebunden.

Aber das dicke Ende kommt noch: Veza María Fernández Ramos und Christoph Szalay zeigen im Grazer Café Gmota die Performance "You love me more than I love you etc." (Premiere Fr 17 Uhr), Jacob Banigan gibt im Theater im Bahnhof sein Impro-Solo "Game of Death!"(Fr 20 Uhr), das alanam:afrika:körpertheater widmet sich mit "Neger" im Kunstraum Nil (28., 29., 30.11., 20 Uhr) interkulturellen Problemen, und das Vorstadttheater zeigt auf der Probebühne des Schauspielhauses seine Version von "Jugend ohne Gott"(Di 20 Uhr).


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