Fragen Sie Frau Andrea

Gott und Gruß: vom österreichischen Servus

KOLUMNEN | aus FALTER 48/13 vom 27.11.2013

Liebe Frau Andrea, schon seit Jahren grüble ich ob der Frage, wie ich dem in Österreich üblichen, mir aber zu klerikalen "Grüß Gott!" entkommen kann. "Guten Tag" wie unsere deutschen Freunde zu sagen, widerstrebt mir allerdings. Bitte um Hilfe! Manfred Kegler, Leopoldstadt, per E-Mail

Lieber Manfred,

die Formel "Grüß Gott!" darf nicht als Aufforderung missverstanden werden, Gott zu grüßen. Das Wort "grüßen" hatte ursprünglich auch die Bedeutung "segnen". Katholifizierte Österreicher kennen die Wendung aus dem Ave-Maria. Dort heißt es: "Gegrüßet seist du, Maria ...", was so viel bedeutet wie "Gesegnet seist du, Maria ...".

"Grüß Gott" wurde im 19. Jahrhundert von der katholischen Geistlichkeit propagiert und hat sich in Süddeutschland, Österreich und Südtirol zum Standardgruß entwickelt, der mittlerweile auch von Sozialdemokraten und Umstürzlern bedenkenlos verwendet wird. In seiner gebräuchlichen Form wird "Grüß Gott!" meist auf dem zweiten Wort betont. Das kann bisweilen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige