Stadtrand Urbanismuskolumne

Schlafen auf Fremden in der U-Bahn

STADTLEBEN | aus FALTER 48/13 vom 27.11.2013

Auf Youtube gibt es ein Video, das schon fast eine Million Mal angeklickt wurde. "Sleeping on Strangers on the Subway" heißt es und zeigt einen jungen Herrn mit Filzhut und Vollbart, der in der New Yorker U-Bahn immer wieder einschläft und sich dann an die jeweiligen Sitznachbarn kuschelt. Natürlich tut der junge Mann nur so, inspiriert von einem Foto, das wenige Wochen zuvor im Internet auftauchte und eine entsprechende reale Situation zeigt. Aber die Sitznachbarn sind offenbar echt - und fast alle erstaunlich gelassen: Sie lassen den Schläfer schlafen.

Berührend ist das und irgendwie auch beruhigend. Beunruhigend wird's allerdings, wenn man die Situation auf unser liebes Städtchen herunterbricht. Gleiche Versuchsanordnung: Junger Mann in der U4 schläft ein und schmiegt sich gemütlich an die Person, die gerade neben ihm sitzt. Man kann sich die Situation und was folgt ausgesprochen plastisch vorstellen. Andererseits: Wieso nicht einmal selbst ausprobieren, in Wien auf Fremden in der U-Bahn zu schlafen? Wer traut sich als Erster?


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