Glosse Föderalismus

Wenn Landesfürsten ihre geheimen Statistik-Schatullen öffnen

Falter & Meinung | Barbara Tóth | aus FALTER 49/13 vom 04.12.2013

Manchmal, nur manchmal, möchte man mit dem Kanzler unserer Republik doch ein wenig Mitleid haben. Etwa dann, wenn man in der Presse liest, dass heuer erstmals alle neun Bundesländer für das aktuelle Personaljahrbuch des Bundes so gnädig waren, genauere Daten über ihre insgesamt 138.778 Mitarbeiter inklusive Landeslehrer an die Zentralkanzlei nach Wien zu kabeln.

Ein Naivling, wer dachte, dass irgendein Herr Faymann oder eine Gabriele Heinisch-Hosek, die sich großspurig Beamtenministerin ruft, jederzeit und per Knopfdruck wissen konnten, wer wo als Staatsdiener in Österreich eingesetzt ist. Nein, offenbar war das ein wohlgehütetes, landesfürstliches Geheimnis. Möge dieses neumodische gleißende Schwert namens Transparenz die Landeskameralistiker in die Knie zwingen!


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